Baukosten berechnen: Was kostet ein Einfamilienhaus?

Für fast alle Bauherren ist der Bau eines Hauses eine große Herausforderung. Die Auswahl und der Kauf eines passenden Grundstückes stehen am Anfang eines Weges, der die künftigen Hausbesitzern viele Entscheidungen abverlangt und sie mit vielen neuen Themen konfrontiert. Wie viel Wohn- /Nutzfläche wird benötigt, welche Raumaufteilung ist sinnvoll und welche Ausstattungswünsche sollen umgesetzt werden? Welche Haustechnik ist bezahlbar und wirtschaftlich? Welche Energieeffizienz soll das Gebäude erhalten und welche Firmen können und sollen die Arbeiten fachmännisch ausführen? Wichtige Fragen die bereits vor dem ersten Spatenstich zu beantworten sind und sich unmittelbar auf die Gesamtkosten auswirken. Damit sind wir auch bei der wichtigsten Fragen: Mit welchen Gesamtkosten ist zu rechnen und wie kann man im Vorfeld die Baukosten berechnen?

Schlüsselfertig bauen

Arbeitet der Bauherr mit einem Architekten, seriösen Bauträger oder Fertighaushersteller zusammen, ist die Gesamtkostenermittlung weniger problematisch. Meist liegt ein ausführliches und komplettes Kostenangebot vor, das sämtliche Ausstattungswünsche und Baumaßnahmen berücksichtigt. Aber seien Sie vorsichtig und prüfen Sie die Angebote sehr genau, denn immer wieder entdecke ich bei Finanzierungsgesprächen Kostenfallen die zu nicht unwesentlich höheren Mehrkosten führen. Meist liegen schlechte und unvollständige Bau- und Leistungsbeschreibungen und ungenaue Zahlungspläne vor. Im Angebot sind die Erschließungskosten nicht berücksichtigt, ungenaue Leistungsbeschreibung der Bauausführungen führen zu Mehrkosten, nicht garantierter Fertigstellungstermin führt zu finanzieller Doppelbelastung (Miete /Darlehenszinsen), um nur einige Beispiele zu nennen. Um versteckte Kosten aufzuspüren oder Kostenfallen zu bewerten, erhalten meine Kunden auf Wunsch eine Checkliste der Verbraucherzentrale mit Literaturhinweis. Damit können Sie Kostenrisiken wirksam entgegentreten und gemeinsam mit mir die Gesamtkosten planen und den Finanzierungsbedarf ermitteln.

Selber als Bauherr bauen

Immer seltener kommt es vor, dass Verbraucher als Bauherr selber bauen und einzelne Firmen mit Baumaßnahmen beauftragen. Für die grobe Kostenschätzungen von Wohnhäusern setzten viele Architekten 1.300 bis 2.000 € pro m² Wohnfläche an. Viele Bauherren berechnen die Baukosten über den sogenannten umbaut Raum. Das Gesamtvolumen wird ermittelt und einschließlich Decken, Wände und Dach wird 250 bis 400 € angesetzt. Die tatsächlichen Kosten schwanken bei beiden Verfahren je nach Ausstattungsqualität, verbauter Haustechnik und Region. Bei Objekten mit einer hohen Energieeffizienz können die Preise natürlich auch über diesen Wert liegen. Die Kosten für Außenanlagen, Grundstück, Baunebenkosten und Finanzierungskosten sind noch nicht enthalten.

Die wichtigsten Kostengruppen

Grundsätzlich ist mit folgenden Kosten/Kostengruppen zu rechnen:

  • Grundstückskosten
  • Erschließungskosten (Vermessung, Strom, Wasser, Straße etc.)
  • Kosten für Makler
  • Notar und Grundbuch
  • Kaufkosten und Grunderwerbsteuer
  • Finanzierungskosten
  • Honorare (Architekt, Finanzierung etc.)
  • Baukosten (Erstellung des Gebäudes)
  • Haustechnik (Heizung, Lüftung, Elektroinstallation, Sanitäranlagen etc.)
  • Außenanlagen (Terrasse, Zaun etc.)
  • Ausstattung (Küche, Möbel etc.)

Die Zusammenarbeit mit einem Architekten erleichtert die Kostenplanung. Je nach Planungsentscheidung verringern oder erhöhen sich die Kosten. Architekten können mit Ihren Erfahrungen und Kostentabellen die Auswirkungen einzelner Maßnahmen einschätzen und zusammen mit den Bauherren die Gesamtkosten gezielt planen.

Flexibilität in der Baufinanzierung erhöht die Planungssicherheit

Die umfassende Gesamtkostenermittlung ist ein wichtiger Baustein in meinem Beratungsansatz. Erst wenn die Gesamtkosten und der tatsächliche Finanzierungsbedarf detailliert ermittelt wurden, wird nach den besten und günstigsten Finanzierungsbausteinen gesucht. Dabei achte ich darauf, dass der Bauherr Nachfinanzierungsmöglichkeiten oder Darlehensteilverzichtsoptionen erhält. Werden die Baukosten im Rahmen der Vereinbarungen über- oder unterschritten, fallen keine Zusatzkosten an. Das erhöht die Planungssicherheit und verschafft mehr Flexibilität.

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