Bausparstrategie optimieren

Das liebste Kind der Deutschen: Der Bausparvertrag. Über 30 Millionen Bausparverträge haben die Deutschen abgeschlossen und die Tarifvielfalt und Anbieter sind mittlerweile schwer überschaubar. Doch bei der näheren Betrachtung haben alle Bausparverträge identische Rahmenbedingungen.

  • Der Vertrag besteht aus einer Ansparphase und Darlehensphase.
  • In der Ansparphase bespart der Vertragsinhaber den Vertrag bis zu einem Mindestsparguthaben.
  • Wird das Mindestsparguthaben, die Mindestsparzeit und eine Bewertungszahl erreicht, kann der Vertragsinhaber ein Darlehen von der Bausparkasse beanspruchen.
  • Die Konditionen (Zins für die Ansparphase & Zins für das Darlehen) stehen beim Vertragsabschluss fest und sind abhängig vom gewählten Tarif.
  • Darlehensmittel aus einem Bausparvertrag dürfen nur für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden.
  • Das Darlehen wir nur vergeben, wenn ausreichend Sicherheiten vorhanden sind und die Bonität der Kreditnehmer stimmen.
  • Ein großer Vorteil: Sondertilgungen sind beim Bauspardarlehen jederzeit möglich.
  • Der Staat fördert das Bausparen mit der Wohnungsbauprämie, mit vermögenswirksamen Leistungen, der Arbeitnehmersparzulage und mit Wohn-Riester.

Baugeld geschenkt?

Wenn man die Lockangebote der Bausparkassen betrachtet, könnte der Eindruck entstehen, dass hier Bauspardarlehen verschenkt werden. Die Angebote scheinen unschlagbar zu sein. 1,9 Prozent, 1,5 Prozent und schon ab 1,00 Prozent gibt es Angebote. Doch die „tollen“ Zinsen sind mit den üblichen Marktkonditionen nicht vergleichbar und deshalb leider oft nur ein Lockangebote und manchmal sogar echte Mogelpackungen. Denn die Bausparkassen haben nichts zu verschenken und um die Zinsangebote vergleichbar zu machen, müssen sämtliche Konditionen berücksichtigt werden. Bei einem Bausparangebot spielen weitere Konditionen wie die Abschluss- und Kontoführungsgebühren, niedriger Ansparzinssatz, Zuteilungsvoraussetzung, Darlehensgebühren etc. eine wichtige Rolle.

Eine echte Mogelpackung wird häufig in der Kombination Darlehen mit Bausparverträgen verkauft. Hier locken die Berater mit einem traumhaften Effektivzins und einer gleichbleibenden Rate über die gesamte Laufzeit. In der Regel sind diese Kombikredite jedoch wesentlich teurer als herkömmliche Bankdarlehen und der genannte Effektivzinssatz entspricht nicht der tatsächlichen Höhe.

Ein Bausparvertrag kann ein solider Grundstock für eine Immobilieninvestition sein oder eine teure Finanzierungsvariante. Auch hier ist der Einzelfall zu prüfen, denn grundsätzlich gibt es mehrere Finanzierungsstrategien in Abhängigkeit von der vorhandenen Ausgangssituation.

Welche Optimierungsmöglichkeiten sind zu prüfen?

  •  Im ersten Schritt sollten Sie prüfen, ob der Einsatz eines bestehenden Bausparvertrages wirtschaftlich sinnvoll ist.
  •  Im zweiten Schritt ist zu prüfen, ob der Vertrag pünktlich zur Zuteilung kommt und wie eine sinnvolle Einbindung in ein Finanzierungskonzept möglich ist.

Zusammenfassung:

  • Ein Bausparvertrag kann ein sinnvoller Finanzierungsbaustein sein.
  • Grundsätzlich haben alle Bausparverträge identische Rahmenbedingungen.
  • Je nach Ausgangssituation gibt es mehrere Grundstrategien für den Einsatz von Bausparverträgen.
  • Vorsicht bei der Kombination von Krediten mit Bausparverträgen! Fast immer zahlen Sie mehr als beim Bankdarlehen.
  • Niedrigzinsen häufig sind Lockangebote. Der "echte" Effektivzins ist in der Regel nicht erkennbar.
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