Aus welchen Bausteinen setzt sich eine Immobilienfinanzierung zusammen?

Jede Immobilienfinanzierung besteht aus Eigenkapital und Fremdkapital. Als Eigenkapital werden die frei verfügbaren Gelder bezeichnet, die unmittelbar für die Finanzierung eingesetzt werden. Dazu zählen Bankanlagen, Bausparguthaben, Aktien, Wertpapiere und sonstige Vermögenswerte. Wenn Sie bauen oder eine gebrauchte Immobilie renovieren und dabei selbst anpacken, dann wird die Arbeitsleistung auch als Eigenkapital gewertet. Die so genannte "Muskelhypothek" sollten Sie aber vorsichtig kalkulieren. Wie hoch diese Leistung tatsächlich angesetzt wird, ist von Bank zu Bank unterschiedlich.

Die Gesamtkosten minus das verfügbare Eigenkapital ergeben den Finanzierungsbedarf. Der Finanzierungsbedarf wird durch Fremdkapital abgedeckt. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um fremdes Geld, das Sie sich leihen und dafür Zinsen an den Kapitalgeber (Bank, Bausparkasse etc.) bezahlen. Diese Mittel kommen meist aus verschiedenen Quellen und bestehen häufig aus mehreren Darlehensbausteinen (KfW-Förderung, Bankdarlehen mit langer Laufzeit, Wohn-Riester, Bauspardarlehen etc.). Nicht selten wir auch eine so genannte Zwischenfinanzierung benötigt, wenn zum Beispiel das Geld aus einer fälligen Lebensversicherung erst in einigen Jahren zur Verfügung steht.

Die Kunst beim Finanzierungsplan und einer Immobilienfinanzierung besteht darin, die Bausteine und die Zinsbindungszeit so zu wählen, dass Sie die monatliche Belastung auf Dauer tragen können. Auch in den Fällen, wenn Sie nach Ablauf der Zinsbindung höhere Zinsen für den Anschlusskredit zahlen müssen.

Tipp: Lassen Sie sich auf jeden Fall einen Tilgungsplan für jeden einzelnen Finanzierungsbaustein erstellen. Für meine Kunden erstelle ich zusätzlich eine Übersicht mit allen Darlehen. Auf einem Blatt sind die Belastungen (Zinsen, Tilgung, Rate etc.) und Restschulden aus den verschiedenen Finanzierungsbausteinen in einer Summe und für jedes Jahr ausgewiesen.

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