Bereitstellungszinsen beim Hausbau (Höhe & Beispiele)

Gerade bei einem Bauvorhaben lassen sich Bereitstellungszinsen meist nicht vermeiden. Doch viele Kreditnehmer denken beim Finanzierungsgespräch und bei der Kalkulation der Gesamtkosten nicht an diese Zusatzkosten. Dabei sind die Bereitstellungszinsen ein nicht unwesentlicher Kostenfaktor und können gerade in der Bauphase die Kreditkosten stark verteuern.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Banken berechnen für bereit gestellte, aber nicht abgerufene Darlehen sogenannte Bereitstellungszinsen.
  • In der Regel gewähren die Banken eine Frist, in der keine Bereitstellungszinsen verrechnet werden.
  • Die bereitstellungszinsfreie Zeit beträgt bei den meisten Banken zwischen drei und zwölf Monate.
  • Die Bereitstellungszinsen liegen meist bei 3 % p.a. (= 0,25 % pro Monat).
  • Es gibt legale Tricks um die Bereitstellungszinsen zu vermeiden oder zu senken.

Wann fallen Bereitstellungszinsen an?

Bereitstellungszinsen werden dann von der Bank in Rechnung gestellt, wenn die bereitstellungszinsfreie Zeit, meist in den Kreditverträgen vereinbarte Frist zwischen 3 und 12 Monaten, abgelaufen ist und wenn noch Darlehensbeträge nicht verwendet wurden. Die Bereitstellungszinsen betragen in der Regel 0,25 % pro Monat. Das entspricht einem Jahreszins von 3 %.

Beispiel: Sie haben am 01.04. ein Darlehen über 300.000 EUR mit einem Zinssatz von 2,3 % und mit einer bereitstellungszinsfreien Zeit von 3 Monaten abgeschlossen. Der Bereitstellungszins beträgt laut Kreditvertrag 0,25 % pro Monat. Nach 3 Monaten haben Sie für den Hausbau erst 20.000 EUR aus dem Darlehen verwendet. Ab dem 01.07. müssen Sie für den noch nicht ausbezahlten Darlehensbetrag über 280.000 EUR 3 % Bereitstellungszins bezahlen. Für einen Monat sind das 600,00 EUR Bereitstellungszins plus die Zinsen für den bereits abgerufenen Betrag von 20.000 EUR.

Bereitstellungszinsen beim Hausbau

Bei einem Bauvorhaben (Haus, Umbau etc.) fallen meist hohe Bereitstellungszinsen an. Das Video aus dem Baufi-Kurs "Baufinanzierung leicht gemacht" zeigt an einem Beispiel, warum sich Bereitstellungszinsen beim Hausbau nicht vermeiden lassen.

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Bereitstellungszinsen umgehen oder vermeiden

Es gibt mehrere Möglichkeiten und Tricks um Bereitstellungszinsen zu umgehen oder ganz zu vermeiden. Die hier aufgeführten Strategien werden ausführlich im Artikel Bereitstellungszinsen umgehen oder vermeiden (Tipps & Strategien) behandelt.

  • Kreditauszahlung clever steuern und Baufortschritt kontrolliert
  • Baudarlehen mit langer bereitstellungszinsfreier Zeit
  • Forward-Darlehen
  • Bereitstellungszinsen zahlt der Verursacher
  • Darlehen auszahlen und das Geld anlegen
  • Höhe der Bereitstellungszinsen verhandeln

Infografik "Bereitstellungszinsen einfach erklärt"

Die nachfolgende Grafik zeigt die Phasen eines Bauvorhabens, die Phasen der Kreditinanspruchnahme bzw. Auszahlung und die Berechnung der Kreditzinsen bzw. Bereitstellungszinsen.

Fazit: Bevor Sie ein Kreditangebot annehmen: Kontrollieren Sie, ob die bereitstellungszinsfreie Zeit zu Zusatzkosten führt. Versuchen Sie die Bereitstellungszinsen zu vermeiden oder zu reduzieren. Was Sie sonst noch beim Thema Bereitstellungzinsen oder weiteren wichtigen Finanztehmen beachten sollten, erfahren Sie im Baufinanzierung Online-Kurs.

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